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Ratgeber · Für Arztpraxen

Was kostet eine Website für eine Arztpraxis?

Stand: Juli 2026 · Lesezeit ca. 6 Minuten

Die kurze Antwort: zwischen ein paar hundert Euro im Jahr und einem fünfstelligen Einmalbetrag — je nachdem, welchen Weg Sie wählen. Die ehrliche Antwort ist etwas länger, denn der Preis allein sagt wenig darüber, ob die Website am Ende neue Patienten bringt. Hier sind die marktüblichen Spannen und die Fallstricke, die Praxen wirklich Geld kosten.

Die drei Wege — und was sie marktüblich kosten

Für eine Praxis-Website gibt es im Kern drei Wege. Alle drei können funktionieren — entscheidend ist, was Ihre Praxis braucht und wie viel Ihrer eigenen Zeit Sie investieren wollen.

1. Homepage-Baukasten (Wix, Jimdo & Co.)

Marktüblich etwa 10–40 € pro Monat, dazu Ihre eigene Arbeitszeit — realistisch mehrere Abende bis Wochenenden. Der Baukasten ist der günstigste Einstieg, hat für Praxen aber spürbare Grenzen: Die lokale Auffindbarkeit bei Google ist technisch eingeschränkt, DSGVO und Barrierefreiheit müssen Sie selbst im Blick behalten, und der Umzug zu einem anderen Anbieter ist später kaum möglich. Wann sich das trotzdem lohnen kann, habe ich im Artikel Baukasten oder Agentur ausführlich aufgeschrieben.

2. Freelancer mit Vorlage

Marktüblich etwa 1.000–3.000 € einmalig. Sie bekommen eine fertige Vorlage mit Ihren Inhalten befüllt — schneller als selbst gebaut, aber selten auf die Besonderheiten einer Praxis zugeschnitten: Terminbuchung, Heilmittelwerbegesetz-konforme Texte und lokale Suchbegriffe („Hausarzt + Stadtteil“) bleiben oft außen vor.

3. Individuelle Umsetzung (Agentur oder spezialisierter Freelancer)

Marktüblich etwa 3.000–8.000 € einmalig für eine fokussierte Praxis-Website; große Agenturen mit vielen Ansprechpartnern liegen auch bei 8.000–15.000 € und mehr. Dafür wird die Seite auf Ihre Fachrichtung und Ihr Einzugsgebiet gebaut: lokale Suchmaschinenoptimierung, Terminbuchung, Bewertungsdarstellung und rechtssichere Struktur inklusive. Ob dieser Weg zu Ihnen passt, entscheidet sich weniger am Preis als an der Frage, wie wichtig Ihnen neue Patienten über Google sind.

Was den Preis wirklich treibt

Zwei Angebote für „eine Praxis-Website“ können sich um Tausende Euro unterscheiden. Die Unterschiede stecken fast immer in diesen Punkten:

  • Online-Terminbuchung: Anbindung an Systeme wie Doctolib oder eine eigene Lösung — spart Ihrer Rezeption täglich Telefonzeit, kostet je nach Anbieter 0–100 € monatlich zusätzlich.
  • Texte und Fotos: Werden Inhalte für Sie geschrieben und professionelle Praxisfotos gemacht, oder liefern Sie alles selbst? Guter Text entscheidet mit über die Google-Platzierung.
  • Lokales SEO: Damit Ihre Praxis erscheint, wenn jemand „Zahnarzt + Ihre Stadt“ sucht — inklusive optimiertem Google-Unternehmensprofil. Genau hier entsteht der messbare Unterschied zwischen „Website vorhanden“ und „Website bringt Patienten“.
  • DSGVO und Heilmittelwerbegesetz: Patientendaten im Kontaktformular, Einwilligungen, zulässige Formulierungen — im medizinischen Bereich kein Nice-to-have, sondern Pflicht.
  • Barrierefreiheit: Für Gesundheitsdienstleister zunehmend relevant und für viele Patienten schlicht notwendig — sauber umgesetzt kostet sie Sorgfalt, nachgerüstet kostet sie deutlich mehr.

Die laufenden Kosten nicht vergessen

Nach dem Start fallen weiter Kosten an — überschaubar, aber gut zu wissen: Domain und Hosting liegen zusammen meist bei 10–40 € im Monat. Dazu kommt die Pflege: Sprechzeiten, Urlaubshinweise, neue Leistungen, technische Updates. Manche Praxen übernehmen das selbst, andere buchen eine Betreuung ab etwa 50–150 € monatlich. Rechnen Sie ehrlich: Eine „günstige“ Website, die niemand aktuell hält, kostet über veraltete Sprechzeiten und verlorene Anrufe mehr als jede Pflege-Pauschale.

Drei Fallstricke, die teurer sind als jedes Angebot

Erstens: Abmahnrisiken. Fehlende Datenschutzerklärung, unzulässige Heilversprechen oder ein nicht konformes Kontaktformular können schnell vierstellige Kosten verursachen — deutlich mehr als der Aufpreis für eine saubere Umsetzung. Zweitens: Unsichtbarkeit. Eine schöne Website, die bei Google nicht gefunden wird, ist eine Visitenkarte im verschlossenen Schrank. Drittens: Abhängigkeit. Achten Sie darauf, dass Domain, Inhalte und Zugänge Ihnen gehören und Sie den Dienstleister wechseln können — seriöse Anbieter sichern Ihnen das ohne Zögern zu.

Fazit: Der Preis ist die halbe Wahrheit

Eine Praxis-Website ist dann gut investiert, wenn sie gefunden wird, Vertrauen aufbaut und Termine bringt — nicht, wenn sie möglichst wenig gekostet hat. Vergleichen Sie Angebote deshalb nicht nur am Preis, sondern daran, ob lokales SEO, Terminbuchung und Rechtssicherheit konkret benannt sind. Wie eine solche Website aussehen kann, zeige ich auf der Seite Websites für Arztpraxen.