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Ratgeber · Grundsatzfrage

Homepage-Baukasten oder Agentur — was passt zu Ihnen?

Stand: Juli 2026 · Lesezeit ca. 7 Minuten

Die Kurzformel vorweg: Baukasten (10–40 €/Monat) für die digitale Visitenkarte — handgemacht (ab ca. 3.000 €) für alles, was Kunden über Google bringen soll. Und ja, das sage ich als Webdesigner, der auch vom Gegenteil leben würde: Ein Baukasten ist nicht per se die falsche Wahl. Die ehrliche Frage ist nicht „Was ist besser?“, sondern „Was soll die Website für Ihr Geschäft leisten?“.

KriteriumBaukastenHandgemacht (Agentur/Freelancer)
Kosten10–40 €/Monatab ca. 3.000 € einmalig
Ihr Zeitaufwandhoch (Erfahrungswert: 30–60 Std.)gering (Inhalte + Feedback)
Lokales SEOeingeschränkte Stellschraubenvoller technischer Zugriff
Eigentum & Umzugan Anbieter gebundenDomain, Inhalte, Code gehören Ihnen
DSGVO & Pflichtenbleiben komplett bei Ihnenwerden fachlich mitgedacht
Geeignet fürVisitenkarte, Test, kleines BudgetNeukunden über Google, lokaler Wettbewerb

Wann ein Baukasten reicht

Sie brauchen eine digitale Visitenkarte, Ihre Kunden kommen über Empfehlungen, und gefunden werden müssen Sie nur, wenn jemand gezielt Ihren Namen sucht? Dann leistet ein Baukasten gute Dienste — solange die Website nichts verkaufen muss. Dasselbe gilt, wenn Sie eine Geschäftsidee erst testen wollen oder schlicht kein Budget da ist: Eine einfache, gepflegte Baukasten-Seite ist besser als gar keine Website. In der Praxis erlebe ich allerdings regelmäßig das Muster dahinter: Viele, die mich anrufen, haben genau hier vor zwei Jahren angefangen — und wechseln jetzt, weil die Anfragen ausblieben.

Wo die Grenzen liegen — und was sie kosten

Die Grenzen zeigen sich, sobald die Website Kunden bringen soll, statt nur zu existieren:

  • Lokale Sichtbarkeit: Baukästen bieten weniger technische Stellschrauben für die lokale Auffindbarkeit — etwa bei Ladezeiten, strukturierten Daten oder eigenen Unterseiten pro Leistung und Stadtteil. Genau damit gewinnt man aber Suchen wie „Ihre Leistung + Ihre Stadt“. Wer hier konkurriert, tritt mit angezogener Handbremse an.
  • Ihre Zeit: Die Monatsgebühr ist günstig, Ihre Abende sind es nicht. Nach meiner Erfahrung stecken in einer selbstgebauten Seite schnell 30–60 Stunden. Rechnen Sie das gegen Ihren eigenen Stundensatz: Bei 80–150 € pro Stunde (Praxis, Maklerbüro) kostet Selbstbauen real oft mehr als die handgemachte Website.
  • Austauschbarkeit: Vorlagen sehen ordentlich aus, aber eben wie tausend andere. Vertrauen entsteht aus Wiedererkennbarkeit — gerade dort, wo Kunden zwischen mehreren Anbietern wählen.
  • Lock-in: Eine Baukasten-Seite lässt sich meist nur mit erheblichem Aufwand mitnehmen. Ohne eigene Domain fangen Sie beim Wechsel auch bei den Google-Platzierungen wieder bei null an.
  • DSGVO und Pflichten: Impressum, Datenschutz, Cookie-Einbindung bleiben Ihre Verantwortung — der Baukasten nimmt sie Ihnen nicht ab, er macht sie nur weniger sichtbar.

Gilt das für alle Baukästen? Im Kern ja — ob Wix, Jimdo, IONOS, Squarespace oder WordPress.com: Die Systeme unterscheiden sich im Detail, das Grundmuster aus begrenzter Technik, Vorlagen-Optik und Anbieterbindung teilen sie.

Wann sich die handgemachte Website rechnet

Sobald neue Kunden über Google kommen sollen, dreht sich die Rechnung. Eine individuell gebaute Website — marktüblich ab etwa 3.000 € — ist darauf ausgelegt, in der lokalen Suche gefunden zu werden, Vertrauen aufzubauen und Anfragen auszulösen. Was das konkret kostet, habe ich für zwei Branchen durchgerechnet: Praxis-Websites und Makler-Websites. Die Faustregel: Liegt der Wert eines einzigen Neukunden über der Investition — bei Praxen, Maklern und vielen Dienstleistern ist das der Fall — kann sich handgemacht schnell rechnen. Dann ist die Frage nicht mehr das Budget, sondern nur noch die Umsetzung.

Die Entscheidung in vier Fragen

  • 1. Sollen Neukunden über Google kommen? Nein → Baukasten reicht. Ja → weiter zu Frage 2.
  • 2. Ist Ihre Arbeitsstunde weniger wert als der Aufpreis? Rechnen Sie ehrlich: 30–60 Stunden Eigenbau mal Ihr Stundensatz — liegt das über den Kosten der handgemachten Website, ist Selbstbauen die teurere Option.
  • 3. Stehen Sie im lokalen Wettbewerb? Je umkämpfter Ihre Branche vor Ort, desto mehr zählen Technik, Inhalte und Vertrauenssignale, die mit einem Baukasten deutlich schwerer umzusetzen sind.
  • 4. Trägt ein einziger Neukunde die Investition? Rechnen Sie: Was ist ein Neukunde, Patient oder Auftrag bei Ihnen wert? Liegt der Wert über den Website-Kosten, spricht die Rechnung für handgemacht.

Fazit

Baukasten für die digitale Visitenkarte, handgemacht für alles, was Kunden bringen soll — so einfach lässt sich die Entscheidung meistens auflösen.

Ich bin Kwame Luft und baue Websites von Hand für Praxen, Makler und Mittelstand — von Oberhausen aus, für Kunden im gesamten DACH-Raum. Falls Sie unsicher sind, wo Ihr Vorhaben steht: Im kostenlosen Erstgespräch bekommen Sie in rund 20 Minuten eine klare Empfehlung. Und die lautet nicht selten: „Für Ihren Fall reicht ein Baukasten — sparen Sie sich die Investition.“ Genau deshalb können Sie der Empfehlung trauen, wenn sie anders ausfällt.

Häufige Fragen zu Baukasten oder Agentur

Ist Wix gut für Firmen-Websites?

Für eine gepflegte digitale Visitenkarte: ja, das kann funktionieren. Sobald die Website aber im lokalen Wettbewerb Kunden über Google bringen soll, stoßen Baukästen an Grenzen — weniger technische Stellschrauben, austauschbare Vorlagen und die volle DSGVO-Verantwortung bei Ihnen.

Kann man eine Wix- oder Jimdo-Seite später umziehen?

Meist nur mit erheblichem Aufwand: Die Inhalte lassen sich teils exportieren, Design und Technik in der Regel nicht. Mit eigener Domain können Google-Platzierungen per Weiterleitung großteils erhalten bleiben — auf einer Anbieter-Subdomain fangen Sie dagegen auch bei den Rankings von vorn an.

Was kostet eine Website von einer Agentur?

Marktüblich ab etwa 3.000 € für eine fokussierte, individuell gebaute Firmen-Website; große Agenturen liegen bei 8.000 € und mehr. Die ausführlichen Preisspannen stehen in unseren Ratgebern zu Praxis-Websites und Makler-Websites.

Lohnt sich eine Agentur für eine kleine Firma?

Die ehrliche Antwort: kommt darauf an, was die Website leisten soll. Wenn Neukunden über Google kommen sollen und ein einziger Neukunde die Investition trägt — bei Praxen, Maklern und vielen Dienstleistern häufig der Fall — kann sich handgemacht schnell rechnen. Wenn nicht, reicht oft ein Baukasten.